Diagnose von Lebererkrankungen
Eine kranke Leber verursacht nur selten Symptome und wenn, dann sind sie häufig unspezifisch (siehe Grafik "Anzeichen einer Lebererkrankung"). Umso wichtiger ist eine frühzeitige Diagnose. Die wichtigsten Methoden zu Untersuchung der Leber sind die Bestimmung der Leberwerte im Blut, Ultraschall, die Messung der Leberelastizität mit dem sogenannten Fibroscan und die Leberbiopsie, die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Leber. Nur in Ausnahmefällen sind weitere bildgebende Verfahren wie CT und NMR nötig.
Bestimmung der Leberwerte im Blut: Check-up für die Leber
Störungen der Leberzellen und/oder der Leberleistung, die auf eine Erkrankung hinweisen, kann man gut an verschiedenen Leberwerten erkennen, die sich im Blut nachweisen lassen. Vor allem der GPT-Test ist ein gut geeigneter Suchtest, da die GPT mit einer hohen Sensitivität Leberschäden anzeigen kann. Die Blutuntersuchung kann jeder Arzt durchführen. Bei klinischen Symptomen oder Hinweisen auf eine Lebererkrankung werden die notwendigen Laboruntersuchungen in der Regel von der Krankenkasse bezahlt.
GPT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase, auch ALT) und GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase, auch AST) sind Enzyme, die beim Abbau von Leberzellen ins Blut freigesetzt werden. Die GPT kommt fast ausschließlich in den Leberzellen vor. Schon bei einer relativ leichten Zellschädigung der Leber ist der GPT-Wert im Blut erhöht und weist spezifisch auf eine Leberschädigung hin. Die GOT kommt auch im Muskelgewebe vor und kann deshalb auch bei einer muskulären Erkrankung erhöht sein.
Die GGT (Gamma-Glutamyltransferase) kommt in den kleinen Gallengängen, aber auch in anderen Organen vor. Eine Erhöhung des GGT-Wertes kann auf eine Lebererkrankung und/oder einen Stau der Galle hinweisen. In vielen Fällen ist eine alleinige Erhöhung der GGT jedoch harmlos und lässt nicht notwendigerweise auf eine Erkrankung der Leber schließen.
In vielen Organen kommt das Enzym AP (Alkalische Phosphatase) vor. Dessen Wert ist vor allem bei Störungen des Galleflusses erhöht. Gleichzeitig sind dann meist GGT und Bilirubin erhöht.
Das Bilirubin ist ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen und wird von der Leber über die Galle ausgeschieden. Ist die Leber geschädigt oder der Galleabfluss gestört, kommt es zu einer Erhöhung des Bilirubins im Serum. Das Bilirubin führt bei hoher Konzentration im Serum zur gelblichen Verfärbung von Haut und Augen ("Gelbsucht", Ikterus).
In der Leber werden Eiweiße gebildet, die bei der Blutgerinnung eine Rolle spielen. Mit dem Quick-Test wird die Vitamin K-abhängige Blutgerinnungszeit festgestellt. Ist der Quick-Wert erniedrigt, dauert die Blutgerinnung länger. Dies kann auf eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Leber hinweisen.
Sind die Leberwerte erhöht, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um die Ursache zu ermitteln.
Fibroscan
Die Untersuchung mit dem Fibroscan ist ein relativ neues, schmerzfreies Verfahren, um frühzeitig das Ausmaß einer Leberschädigung abzuschätzen. Chronische Leberentzündungen führen zu einer Anreicherung von Bindegewebe in der Leber und langfristig zu einem narbigem Umbau des Organs (Zirrhose). Die Leber büßt dabei ihre Leistungsfähigkeit immer stärker ein. Von dieser Entwicklung merken die Patienten jedoch häufig nichts, weil die kranke Leber nicht schmerzt und lange Zeit mit nur wenigen, unspezifischen Symptomen auf sich aufmerksam macht.
Der Fibroscan misst (siehe Foto) die Elastizität des Lebergewebes. Die Daten geben Aufschluss darüber, wie weit der Umbauprozess der Leber fortgeschritten ist. Die Untersuchung wird in den meisten Universitätskliniken und mittlerweile auch schon von vielen niedergelassenen Gastroenterologen durchgeführt. Die Untersuchung mit dem Fibroscan in Kombination mit der Bestimmung der Leberwerte im Blut kann heute in vielen Fällen eine Leberpunktion ersetzen.

