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Häufige Lebererkrankungen

Leberentzündung (Hepatitis)
Leberzirrhose (Schrumpfleber)
Fettleber
Leberkrebs
Autoimmune Lebererkrankungen
Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)

 

Leberentzündung (Hepatitis)

Es gibt zwei Arten von Leberentzündungen: die akute und die chronische. Von einer chronischen Hepatitis spricht man, wenn die Entzündung länger als sechs Monate anhält. Die häufigsten Verursacher einer Leberentzündung sind Viren, vor allem die Hepatitis-Viren A, B und C. Aber immer häufiger ist auch eine Leberverfettung, oft in Kombination mit einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes Mellitus, der Auslöser der Erkrankung. Daneben können Giftstoffe wie Alkohol und Medikamente und – in selteneren Fällen – Autoimmunerkrankungen die Leber so belasten, dass sie sich entzündet.

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland haben eine chronisch entzündete Leber. Doch nur die wenigsten ahnen etwas von ihrer Erkrankung. Denn das Tückische bei allen Leberentzündungen ist, dass das kranke Organ still leidet. Eine entzündete Leber tut nicht weh und ruft lange Zeit nur so unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Juckreiz oder ein Druckgefühl im Oberbauch hervor. Symptome wie Gelbfärbung von Haut und Augen (Ikterus), starke Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen und große Müdigkeit treten meist nur bei schweren Fällen auf. Nur ein Bruchteil der Betroffenen sucht deshalb einen Arzt auf. „Das ist fatal, weil die Folgen unentdeckter Leberentzündungen dramatisch sein können“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

So kann die akute Leberentzündung folgenlos ausheilen, aber auch zu einem akuten Leberversagen führen oder eben einen chronischen Verlauf nehmen. In diesem Fall wächst auch die Gefahr weiterer schwerer Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs. Viele Leberentzündungen lassen sich jedoch gut therapieren, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Besonders wichtig ist daher eine frühe Diagnose.

 

Leberzirrhose (Schrumpfleber)

Bei einer Leberzirrhose verhärtet sich das elastische Lebergewebe immer mehr. Gesunde Leberzellen sterben ab und werden durch narbiges, hartes Bindegewebe ersetzt. Die Leber schrumpft ein, daher der Name „Schrumpfleber“. Gleichzeitig kann sie ihre Stoffwechsel- und Entgiftungsfunktionen nicht mehr richtig ausführen. Der Prozess ist nicht rückgängig zu machen, er kann nur aufgehalten werden. Eine unbehandelte Leberzirrhose führt zum Leberversagen.

Häufige Komplikationen der Leberzirrhose sind innere Blutungen aus Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen), Wasseransammlung im Gewebe, meist im Bauch (Aszites) und eine Beeinträchtigung der Gehirnfunktionen (hepatitische Enzephalopathie).
In mehr als der Hälfte aller Fälle ist ein überhöhter Alkoholkonsum die Ursache für die Leberzirrhose, knapp ein Drittel der Erkrankungen ist auf eine Infektion mit Hepatitisviren.

 

Fettleber

Es gehört zur Aufgabe einer gesunden Leber, Schadstoffe wie zum Beispiel Medikamente abzubauen oder Fette zu speichern und bei Bedarf wieder für den Körper bereit zu stellen. Doch wenn die Leber mehr Gifte verarbeiten oder mehr Fette aufnehmen muss, als sie abbauen oder speichern kann, lagert sich zusätzlich Fett im Gewebe ab. Eine Fettleber entsteht. Auch zu viel Alkohol hinterlässt auf diese Weise seine Spuren: Die Leber wandelt ihn ebenfalls zu Fett um.

Übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht, Stoffwechselstörungen wie Diabetes Mellitus und die Einnahme von Medikamenten sind denn auch die häufigsten Ursachen für eine Fettleber. Sie ist ein Massenphänomen in Deutschland geworden: Mehr als ein Drittel der Erwachsenen über 40 hat eine unterschiedlich stark ausgeprägte Fettleber. Ein Gesundheitsrisiko, das stark unterschätzt wird. Denn die verfette Leber kann sich entzünden – und damit wächst auch die Gefahr von Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose und Leberkrebs.

Doch soweit muss es nicht kommen. Eine Fettleber, auch eine Fettleberentzündung, kann sich zurückbilden. Die Voraussetzung ist, dass die Betroffenen ihren Lebensstil ändern – und das bedeutet je nach Ursache der Fettleber eine - behutsame ! - Gewichtsreduktion, eine Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und ein Verzicht auf Alkohol. Drastische Hungerkuren sind nicht zu empfehlen: Sie fördern die Entzündung noch und bergen die große Gefahr eines akuten Leberversagens. Wirksame Medikamente gegen die Entstehung einer Fettleber und gegen eine Fettleberentzündung gibt es derzeit noch nicht.

 

Leberkrebs

Es wird beim primären Leberkrebs unterschieden zwischen bösartigen Tumoren in der Leber selbst (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) und bösartigen Krebsgeschwüren in den Gallengängen (Cholangiozelluläres Karzinom, CCC). Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) kommt häufiger vor und wird daher meist synonym für Leberkrebs verwendet. Daneben gibt es noch sekundäre Leberkrebs-Erkrankungen: Davon spricht man, wenn in der Leber Metastasen von Tumoren auftreten, deren Herd in anderen Körperorganen zu finden ist.

Die Rate der Leberkrebs-Erkrankungen steigt weltweit drastisch an. In Deutschland haben sich die Todesfälle aufgrund von Leberkrebs seit den 70er Jahren mehr als verdoppelt. Der Tumor ist besonders tückisch, weil man ihn häufig zu spät diagnostiziert. Meist erst im fortgeschrittenen Stadium verursacht Leberkrebs Beschwerden wie Gelbsucht, Übelkeit, Gewichtsabnahme und Schmerzen im Oberbauch. Eine Früherkennung ist daher besonders wichtig. Je schneller der Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Über die Ursachen der Entstehung von Leberkrebs geben beispielhaft die Daten von knapp 400 Patienten Aufschluss, die zwischen 1998 und 2003 an der Medizinischen Hochschule Hannover behandelt wurden: In mehr als der Hälfte der Fälle entwickelte sich der Tumor aufgrund einer Infektion mit den Hepatitis-Viren B oder C. In rund 40 Prozent der Fälle waren Alkohol oder Übergewicht die Ursache für den Leberkrebs. In weniger als zehn Prozent der Fälle lagen andere Ursachen vor.

 

Autoimmune Lebererkrankungen

Autoimmune Lebererkrankungen entstehen durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems: Der eigene Körper greift Zellen von Leber oder Gallenwegen an. Zu dieser Gruppe seltener Lebererkrankungen zählen die autoimmune Hepatitis (AIH), die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) und die primär biliäre Zirrhose (PBC). Die Ursachen der autoimmunen Lebererkrankungen sind noch weitgehend ungeklärt.

Die autoimmune Hepatitis (AIH) ist eine chronische Entzündung der Leberzellen, die in jedem Alter auftreten kann. Frauen erkranken wesentlich häufiger als Männer. Die AIH verursacht, wie die anderen Leberentzündungen auch, meist keine oder so unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, unspezifische Bauchschmerzen oder Juckreiz. Häufig fallen nur bei Routineuntersuchungen erhöhte Leberwerte auf, die Anlass zu weiteren Untersuchungen geben.

Die primär biliäre Zirrhose (PBC) ist eine chronische Entzündung der kleinen Gallengänge in der Leber, die im fortgeschrittenen Stadium auf die gesamte Leber übergreifen kann. Obwohl der Name darauf hindeutet, entwickeln längst nicht mehr alle Patienten zwangsläufig eine Zirrhose, weil die PBC heute auch schon im frühen Stadium diagnostiziert werden und behandelt werden kann. Die PBC befällt zu 90% Frauen.

Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) ist ebenfalls eine chronische Entzündung der Gallenwege. Bei dieser Erkrankung werden die Gallenwege durch um sie herum wucherndes Bindegewebe allmählich eingeschnürt. Von der PSC sind ganz überwiegend Männer betroffen. Oft geht die schubartig verlaufende Erkrankung mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung einher. Unbehandelt kann die PSC in eine Leberzirrhose übergehen. Auch das Risiko, ein Gallengangskarzinom zu entwickeln, ist bei Patienten mit PSC erhöht.

 

Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)

Die Eisenspeicherkrankheit ist eine der häufigsten Erbkrankheiten. Der Körper entnimmt aus der Nahrung mehr Eisen, als er brauchen kann und speichert das Eisen vor allem in der Leber, in der Bauchspeicheldrüse und im Herz. Unbehandelt verursacht die Erkrankung in der Leber erst eine Bindegewebsvermehrung (Fibrose) und später eine Leberzirrhose, häufig auch ein Leberkarzinom.
Es gibt eine sehr einfache Therapie: Aderlässe bringen die Eisenwerte wieder in den Normbereich; allerdings ist es unerläßlich, dass diese Therapie frühzeitig vor der Entwicklung dieser klinischen Komplikationen durchgeführt wird.

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Letzte Änderung: 16.02.2010 12:36