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Virushepatitis und Beruf

In der internationalen Literatur sind Übertragungen von Hepatitis B und in seltenen Fällen von Hepatitis C durch im Gesundheitswesen tätige infizierte Personen dokumentiert. Auch in Deutschland sind mehrere Fälle bekannt.

In Deutschland wurden im Rahmen einer Konsensuspublikation von der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten (DVV) und dem Robert Koch-Institut (RKI) Verfahrensvorschläge unterbreitet, die es ermöglichen sollen, unter Berücksichtigung der Besonderheiten jedes Einzelfalles, durch zielgerichtete Zusammenarbeit der Beteiligten, Ansteckungen zu vermeiden. Die Deutsche Leitlinie schließt sich bezüglich des Tätigkeitsfeld infizierter Mitarbeiter den DVV-Richtlinien an.

Hier finden Sie die „Empfehlungen der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) zur Prävention der nosokomialen Übertragung von Hepatitis B-Virus (HBV) und Hepatitis C (HCV) durch im Gesundheitswesen Tätige“.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in einem Beitrag aus dem HepNet Journal, Juni 2014, „Berufsausübung von Virusträgern“.


Nachfolgend sind die Empfehlungen der jeweiligen Leitlinien aufgeführt: 

 

Empfehlungen der S3-Leitlinie Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-C-Virus(HCV)-InfektionEmpfehlungen der S3-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virus(HBV)-Infektion
  • Alle Personen, die in Deutschland mit Patienten oder Patientenmaterial Kontakt haben, sollen vor Antritt ihrer Tätigkeit auf ihren HCV-Serostatus untersucht werden. Diese Untersuchung ist in regelmäßigen Abständen sowie am Ende der Beschäftigung zu wiederholen
     
  • Ist eine Person anti-HCV-positiv, muss sie auf HCV-RNA im Serum untersucht werden. Ein negatives Ergebnis für HCV-RNA ist mindestens einmal zu bestätigen
     
  • Eine Einschränkung der Tätigkeit für anti-HCV-Positive ohne Nachweis von HCV-RNA ist nicht notwendig
     
  • HCV-RNA-positive Personen dürfen nicht verletzungsträchtige Tätigkeiten durchführen
     
  • Für HCV-RNA-Positive ist ein völliges Verbot verletzungsträchtiger Tätigkeiten nach dem gegenwärtigen Wissensstand nicht gerechtfertigt. Derartige Tätigkeiten sollen aber auf das notwendige Minimum beschränkt werden und unter strikter Beachtung erhöhter Sicherheitsauflagen durchgeführt werden. Ein Expertengremium sollte eine Empfehlung zum Einsatzgebiet des Mitarbeiters geben.
  • Welche Tätigkeiten von HBV-Trägern im medizinischen Bereich ausgeübt werden dürfen, regeln die „Empfehlungen der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) zur Prävention der nosokomialen Übertragung von Hepatitis B Virus (HBV) und Hepatitis C (HCV) durch im Gesundheitswesen Tätige“
     
  • Bei einer Virämie <200 IU HBV-DNA sind in der Regel keine Einschränkungen oder besondere Sicherheitsmaßnahmen erforderlich
     
  • Es werden engmaschige Kontrollen empfohlen, für ein Jahr alle 3 Monate, danach bei konstant niedrigen oder negativen Werten jährlich oder bei möglicher Immundefizienz
     
  • Bei hoher Virämie entscheidet eine Kommission über die vertretbaren Tätigkeiten

 

Informationen zum Verhalten nach Nadelstichverletzungen geben wir auf den Seiten HBV-Prophylaxe nach Stichverletzungen im Gesundheitsdienst, Prävention der HCV-Übertragung und Vorgehen nach Nadelstichverletzung im Gesundheitsdienst.

Artikelaktionen
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Markus Cornberg
Medizinischer Geschäftsführer
Telefon +49(0)511 532 6821
Cornberg.Markus@mh-hannover.de
 

Letzte Änderung: 04.08.2014 14:04