Alkoholische Fettleber (AFL)
Chronischer, übermäßiger Alkoholkonsum ist eine der häufigsten Ursachen einer Lebererkrankung in Deutschland. Die alkoholische Fettleber ist das erste Stadium einer Leberveränderung. Zu alkoholischen Lebererkrankungen, die aus dieser ersten Leberschädigung resultieren können, zählen die alkoholische Leberentzündung (Steatohepatitis) und die alkoholische Leberzirrhose, die in Leberzellkrebs (HCC, hepazelluläres Karzinom) übergehen kann. Jährlich sterben in Deutschland circa 20.000 Menschen an den Folgen einer alkoholischen Lebererkrankung, die damit die Hauptursache für alkoholbedingte Todesfälle darstellt. Die Prognose einer fortgeschrittenen alkoholischen Leberzirrhose ist mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von circa 35 Prozent schlecht und vergleichbar mit der vieler Krebserkrankungen.
Wird die Leber durch zu hohen Alkoholkonsum zu stark beansprucht, können die Entgiftungs- und Stoffwechselvorgänge unterbrochen werden. Beim Alkoholabbau können die Leberzellen durch anfallende Stoffe wie Azetaldehyd geschädigt werden und es kann zunächst vermehrt zu Fetteinlagerungen kommen (alkoholische Fettleber). Wenn ein Betroffener in diesem ersten Stadium mit dem Alkoholkonsum aufhört, kann die alkoholische Fettleber wieder ausheilen und sich eigenständig regenerieren.
Bei fortwährendem Alkoholkonsum kann sich die Leber entzünden (alkoholische Hepatitis). Dieses zweite Stadium ist bereits eine ernsthafte Gesundheitsgefahr. Ohne spezifische Symptome kann die alkoholische Hepatitis unbemerkt chronisch werden und zu einer Leberfibrose (Gewebeveränderung durch pathologische Vermehrung von Bindegewebszellen) führen. Möglich sind in diesem Stadium außerdem schwere Akuterkrankungen mit Leberversagen. Das Endstadium ist eine vollständige Vernarbung, eine Leberzirrhose.
Die Schwellendosis für diese Leberschädigungen ist für Männer die Menge von 20 Gramm Alkohol täglich. Diese Menge entspricht einem großen Glas Bier. Bei Frauen kann sich schneller und mit geringeren Alkoholmengen (10 Gramm) eine alkoholische Leberzirrhose entwickeln. Bei vielen Menschen verläuft eine Leberzirrhose, die sich bei fortgesetztem Alkoholmissbrauch entwickelt, für lange Zeit beschwerdefrei.
Die Diagnosestellung bei alkoholischen Lebererkrankungen erfolgt durch Bluttests, Ultraschall und manchmal auch durch eine Leberbiopsie. Besteht bereits eine Fettleber, kann als Folgeerkrankung die alkoholische Hepatitis auftreten. Häufig sind die Schädigungen diagnostisch nur schwer voneinander abgrenzbar.
Diagnostiziert der Arzt eine alkoholische Leberverfettung oder ein späteres Stadium einer alkoholischen Lebererkrankung, ist der sofortige und endgültige Verzicht auf Alkohol notwendig. Dies ist nicht nur bei Alkoholabhängigen entscheidend, sondern auch bei Menschen, die zu viel trinken, ohne abhängig zu sein. Ist der Patient bereits alkoholabhängig, hilft häufig nur eine stationäre Entgiftung mit anschließender Langzeittherapie.
Die Deutsche Leberstiftung bietet für Betroffene und ihre Angehörigen ein Informationsfaltblatt zum Thema „Leber und Alkohol“ an.
Aktuelle Presseinformationen der Deutschen Leberstiftung zum Thema alkoholische Fettleber finden Sie hier:
Neues Jahr für Lebergesundheit – Deutsche Leberstiftung gibt Tipps für 2021 (28.12.20)
Advent in Corona-Zeiten: Deutsche Leberstiftung sieht erhöhtes Leber-Risiko (01.12.20)